www.Morr-Siedelsbrunn.de
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Zum Gedenken an Hans Morr

Kleindenkmäler und Felsgravuren mit Bezug zum Westwall

 

Beim Bau des Westwalls, in der Sitzkriegszeit und ab der Wiederarmierung des Bauwerks ab Herbst 1944, hatten einige der hier in der Region Südwestpfalz nur zeitweise anwesenden Menschen und Einheiten das Bedürfnis, einen dauerhaften Beleg für ihre Anwesenheit zu schaffen. Dies geschah in der Regel durch das Anfertigen und Aufstellen von zum Teil kunstvoll gestalteten Gedenksteinen, Gravuren der Einheiten auf Steine, in Felswände, oder nur das Einritzen von Namen oder deren Initialen.

 

An einigen der Kleinanlagen haben sich in den Jahren nach dem Krieg regelmäßig Veteranen getroffen und ihrer gefallenen bzw. verstorbenen Kameraden gedacht.

 

Seitdem fanden nicht wenige der portablen Objekte bei Sammlern eine neue Heimat. Andere fielen der Entnazifizierung zum Opfer. Manche wurden durch den Jahrzehnte langen Einfluß der Witterung stark in Mitleidenschaft gezogen. Oder sind mittlerweile schon gänzlich dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen.

 

(Fast) niemand schenkt den Erinnerungsrelikten unserer Vorfahren Beachtung oder kümmert sich um deren Erhalt, obwohl sie etwas aussagen und interessante Zeitzeugen sind.

 

Um das Andenken an die mittlerweile allesamt verstorbenen Erbauer und Ersteller der Kleindenkmäler zu ehren habe ich damit begonnen, den mir bekannten Objekte diese Seite zu widmen.

 

Zwecks besserer Lesbarkeit habe ich manche der Gravuren oder Ritzungen auf den folgenden Bildern mit Farbe gelb oder rot nachgezogen. Die Originale wurde nicht verändert.

 

Es gibt keine Gewähr dafür, dass alle hier abgebildeten Objekte wirklich aus der NS-Zeit stammen. Allerdings befinden sich alle in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Westwall.

 

Wenn Betrachter dieser Seite weitere Informationen zu den folgenden Inhalten kennen oder Interpretationen hierzu haben bin ich für deren Miteilung dankbar. Diese Erkenntnisse werden hier einfließen.

 

Um die Objekte vor weiterer Zestörung durch "Bilderstürmer" zu schützen werden deren Standorte nicht veröffentlicht.

 

Hinweis:

Die Kleindenkmäler unterliegen dem Denkmalschutz. Deren Beschädigung oder Entwendung werden als Straftat geahndet.

 

 

Der "Marburger Jägerstein". Ein herausragendes Kunstwerk und Reminiszenz an die Marburger Jägertruppe, welche 1870/71 und 1914/18 im Kriegseinsatz war.

 

Die Gravur im unteren Bereich lautet:

6./I.R. 57

MARBURG/L.

 

 

Kenotaph von Theo Leiner.

Der 25-jährige Theo Leiner kam an dieser Stelle am 30.10.1946 beim Minenräumen durch eine Explosion ums Leben. Er wurde auf dem Friedhof Erlenbrunn (heute zu Pirmasens gehörend) zur letzten Ruhe gebettet.

 

 

Recht kunstvoll ausgeführte Gravur mit Kreuz, Beschriftung "II Zug" und skelettiertem Hirschkopf mit Geweih.

Eventuell wurde die Gravur nicht mehr fertig gestellt. Stellenweise wurde in der Neuzeit begonnen das Denkmal zu zerstören.

 

 

Gravur eines Namens. Der letzte Teil des Nachnamens wurde zerstört. Die Gravur könnte auch neuzeitlich sein.

 

 

Kunstvoll hergestellte Plakette mit erhabenen Zeichen auf einem Sandsteinfelsen.

 

1940 

Steirisches

Bau Batl.

1/154

Admont

 

Zwischen der Jahreszahl 1940 befindet sich ein Edelweis.

Die erhabenen Zeichen wurden mit roter Farbe versehen.

Éin perfektes Beispiel für den Anwesenheitsnachweis einer Einheit.

 

 

Adlerstein. Der Reichsadler hält eine Plakette mit Hakenkreuz in seinen Krallen. Seitlich die geteilte Jahreszahl 1940. Im oberen Bereich des Steins ist ein weiterer, kleinerer Adler nur noch schwach zu erkennen.

 

 

Gravur "Moraw". bei einem Feld Beobachter.

Eventuell handelt es sich um den Nachnamen, eines Soldaten, welcher dort im Dienst die Gravur angebracht hat.

 

 

Gravur in einer Felswand.

Otto 1940

B(e)iner

?

 

Buchstabe (e) im Text oben frei ergänzt. Der Rest ist nicht mehr vollständig vorhanden bzw. unklar.

 

 

Erinnerungsstein vom 1. Zug ...?

 

 

Felsgravur "27IX1939" darüber "KP".

Sicherlich das Erstelldatum und die Initialen des Erstellers.

Kurius: Die Gravur steht tatsächlich auf dem Kopf.

 

 

Jahreszahl "1939" und (vermutlich) Nachname "Hillera" eines RAD Mannes.

 

 

Jahreszahl "1939" und Initialen "NZ".

 

 

Initialen "T.D."

Von der stillistischen Ausführung her sicherlich der Westallzeit zuzuordnen.

 

 

Bauinschrift mit Jahreszahl "1939". Darüber rechteckig gerahmte, stilisierte Blüte mit kleinem  Hakenkreuz.

Von dem genannten Bauwerk existieren heute keine Spuren mehr.

 

 

Initialen "LF" und Hakenkreuz. 

Initialen eines Arbeitsmannes oder eines Wehmachtsangehörigen.

 

 

Gravur eines Infanterie Regiments 116 aus dem Jahr 1938.

Sie belegt hier die militärische Präsenz schon ein Jahr vor Kriegsbeginn.

 

 

Etwas eigenartige Gravur "Schtse. Gothe"

DieSchrift könnte als "Schütze Gothe", Gothe als Nachname, interpretiert werden. Hat der Ersteller hier einen Buchstaben vergessen und einen weiteren verdreht eingehauen?

 

 

Kleindenkmal der Arbeitsgruppe "RAD Gießen 5/222 Justus von Liebig" von 1939.

Wieder ein konkreter Hinweis über die zeitliche Prasänz der Einheit. Das ehemals schöne Denkmal ist leider stark vom Verfall bedroht.

 

 

Gravur auf Buntsandstein Felswand.

 

EM

WS

ET

Links davon Jahreszahl "1939".

 

Es dürfte sich auch in diesem Fall um die Initialen von drei Personen handeln, welche sich 1939 an dieser Stelle "verewigt" haben.

 

 

Sandsteinstele bei einer ehemaligen FLAK-Stellung. Die ursprünglich im Stein reichlich vorhandenen Beschriftungen / Gravuren wurden gründlich zerstört. Keinerlei Hinweise auf die Truppe / Erbauer / Inhalt mehr möglich, sehr schade!

 

 

Initialen "TS" und "FD". Weitere Ritzungen / Gravuren im Zwischenbereich wurden unkenntlich gemacht bzw. zerstört.

 

 

Soldatenkopf mit Stahlhelm, oben Adler, darunter Jahreszahl 1940. Zwischen den Jahreszahlen das Hakenkreuz. Ein kunstvoll angefertigter Gedenkstein.

 

 

Einfach ausgeführte Gravur auf einem Sandsteinfelsen bei einem Feldstützpunkt.

 

West all

9.11.1939

 

Der Buchstabe "w" ist nur (noch) schemenhaft erkennbar.

 

 

Gravur "1944". Die letzte Ziffer "4" wurde im Nachhinein zum Hakenkreuz umgewandelt.

Rechts vom Text befinden sich mehrere Gewehreinschüsse im Felsen.

Wurde hier jemand "an die Wand gestellt"?

 

 

Initialen von 4 Personen umrahmen ein Hakenkreuz. Im 1. und 4. Quadrant Jahreszahl "1930".

Darunter "Schönau", Rest nicht identifizierbar.

Eigenartig durch die Jahreszahl 1930. Demnach handelt es sich nicht um ein Objekt im Zusammenhang mit dem Westwall. Eine frühe "Fangruppe" der Nationalsozialisten?

 

 

Erst vor kurzem durchgeführte "Entnazifizierung" einer Swastika an einem Sandsteinfelsen. Die gelbe Punktierung folgt der ehemaligen Kontur.

 

 

Einfach ausgeführte Gravur auf Buntsandstein.

 

K.F u. B.3

1939

 

Vermutlich haben sich auch hier 2 Personen mit ihren Initialen verewigt. Unklar ist dabei die Bedeutung der kleinen "3".

Die Jahreszahl 1939 passt wieder zum Westwallbau bzw. der Sitzkriegzeit. 

 

 

Hakenkreuz an einem Sandsteinpfosten.

Das Kennzeichnen einfacher Objekte mit dem Hakenkreuz hatte damals offensichtlich einen hohen Stellenwert. Es lässt sich daraus auf eine starke iIdentifizierung der Arbeiter mit dem NS System schließen.

 

 

"S" und darunter "W" in einem umgebenden Dreieck. Darunter die Jahreszahl "1940".

Unklare Bedeutung. Eventuell Initialen des Erstellers?

 

 

Gravur auf Buntsandstein "ED BASTIAN", Buchstabe "A" merkwürdig ausgeführt. Darunter christliches Kreuz und Jahreszahl "1940".

Es könnte sich um den Namen einer Person handeln, welche bei dieser Stelle im Jahr 1940 verstorben (gefallen?) ist. Scharmützel mit Toten auf beiden Seiten gab es in der Sitzkriegszeit.

 

 

Name "E. KROMER", darunter Jahreszahl "1939", Hakenkreuz zwischen den Zahlen.

Der Ersteller der Gravur war sicherlich im Jahr 1939 beim Bau oder bei der Besetzung des Westwalls hier im Einsatz.

 

 

Felsgravur in Buntsandstein Block

DEN HELDEN

 

1914/18

1939/45

 

Im Zentrum ein plastisch ausgearbeiteter Stahlhelm.

 

Es könnte sich um ein Objekt handeln, welches nach dem 1. Weltkrieg angefertigt wurde. Denn DEN HELDEN ist eine oft zu findende Widmung bei Denkmälern aus dieser Zeit.

Nach dem 2 Weltkrieg kam dann vermutlich das Datum 1939/45 hinzu. Dessen Schriftstil hebt sich von der darüber eingehauenen ab.

 

Das Denkmal wurde neuzeitlich durch ein eingehauenes Fragezeichen und ein Peace Zeichen auf dem Helm verunstaltet. 

 

 

Das "Pferdekopfdenkmal" auf einem Buntsandsteinfelsen.

 

Die Gravuren

PKL

WL

1938 MV 

 

befinden sich links von einem Pferdekopf.


Interpretation: Die oberen Buchstaben sind die Initialen der Erstersteller im Jahr 1938. Die Initialen "MV" unterscheiden sich in der Größe und könnten zu einem späteren Zeitpunkt hinzu gekommen sein.

Wann der Pferdekopf entstand und ob er in Bezug zu den Graveuren stand ist nicht bekannt. Eventuell gehörten die Personen zu einer berittenen Einheit.

Der militärische Hintergrund des Bildnisses ist jedoch unsicher.

 

 

Namensgravur in Buntsandstein Felswand.

 

19 E. Truppp 33

 

Gravur in Buntsandstein Felswand bei einer Feldstellung.

 

L.J.

WIEN

XII

Rechts daneben Kopf mit Stahlhelm.

 

Gravur in Buntsandstein Felswand bei einer Westwall Feldstellung.

 

Unklare Bedeutung. Eventuell nicht vollständig. .

Die Vermutung, dass eine Darstellung mit der Jahreszahl 1939 aus einem militärischen Kontext stammt, ist sehr naheliegend, da dieses Jahr den Beginn des Zweiten Weltkriegs markiert. 

 

Gravur von 2 Pioniereinheiten mit deren Anwesenheitsdatum auf einem Sandstein. Stellenweise nicht mehr leserlich.

Im roten Kreis rechts befand sich wahrscheinlich ein Hakenkreuz, welches nach dem Krieg entfernt wurde.

 

Stand Februar 2026

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© Hans-Günther und Jürgen Morr