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Zum Gedenken an Hans Morr

Weitere Abstürze in der näheren Umgebung des Überwaldes

Weiter oben  wurden die kriegsbedingt verunglückten Militärflugzeuge im Überwald beschrieben. Bei Recherchen zu diesem Thema wurden zwangsläufig weitere Katastrophen dieser Art aus der näheren Umgebung bekannt. Im Anschluss werden diese Ereignisse ohne detaillierte Erläuterungen aufgelistet. Die folgende  Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Im März 1943: Absturz eines britischen Lancester-Bombers im Wald zwischen Rothenberg und Kortelshüttel, 1 überlebender (Quelle Gerd Heinstein).

 

Die folgenden vier Abstürze ereigneten sich innerhalb von 3 Minuten. Die Bomber befanden sich  im Anflug auf die rüstungswichtige Kugellagerindustrie in Schweinfurt. Über Bensheim wurden insgesamt  6 Bomber von 15 deutschen  FW190 und 2 Me109 angegriffen und aus aus dem Verband heraus geschossen. An den Abschüssen  waren u.a. folgende Piloten beteiligt: Hauptmann Werner Gerth, Leutnant Siegfried Müller, Feldwebel Gerhard Viroux (Quelle Klaus Deschner).



  • 13. April 1944 13:54 Uhr  Absturz eines US-Bombers  B-17 G zwischen Gumpen und Reichelsheim auf dem Klösberg  (vergl. Eingangsartikel) Nickname "Rum Pot", Kennung 42-31433, Einheit 384Bg, 547Bs. MACR 3867. Pilot 1LT Clarence G. Stearns. 1 Toter, 9 Mann durch  Fallschirmabsprung gerettet.

  

  • 13. April 1944: Absturz eines US-Bombers B-17 G über Schlierbach / Eulsbach. Kennung 42-38112, Einheit 384Bg, 545Bs. MACR 3869. Pilot 1LT Etward A. Floretti. 4 Tote, 6 durch Fallschirmabsprung gerettet.

 

  • 13. April 1944: Absturz eines US-Bombers B-17 G bei Vielbrunn. Kennung 42-97233, Einheit 384Bg, 545Bs. MACR 3867. Pilot 1LT Scot A. Briley. Heimatflughafen AAF Station 106 / England. Die gesamte Besatzung konnte sich durch Fallschirmabsprung retten.

 

  • 13. April 1944: Absturz eines US-Bombers B-17 G bei Billings / Odenwald. Kennung 42-97228, Einheit 384Bg, 545Bs. MACR 3871. Pilot 1LT George L. Pole Jr. Heimatflughafen AAF Station 106 / England. Die gesamte Besatzung konnte sich durch Fallschirmabsprung retten.

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  •   19. Juli 1944 09:55 Uhr,  Absturz eines US-Bombers B-17 G, Kennung 42-38178, Einheit 95Bg, 334Bs bei Vielbrunn, Pilot 2LT Anthony D. Hamlik. Angriffsziel Schweinfurt. Heimatflughafen AAF Station 119 / England.  Die  Gesamte Besatzung konnte sich durch Fallschimabsprung retten. Absturzursache Motordefekt.

   

  • 10/11. August 1943: Absturz eines RAF Halifax II Bombers  an der Wegscheide am Berg Lärmfeuer. Kennung NP-U, Seriennummer JD249, 158. Squadron, Pilot F/L. I. F. McWatt, Heimatflughafen Lisset / England, gestartet 21:21 Uhr, Angriffsziel Nürnberg, 6 Tote, ein überlebender. Maschine ist in der Luft auseinander gebrochen. Tote bestattet in Dürnbach War Cremetery.  (Quelle Klaus Deschner / Gerd Heinstein).

 

  •  25. Januar 1945: Absturz einer Messerschmitt Bf 110G-4, # 160762 (2Z+HL), I./NJG 6 nach Luftkampf mit einer USAAF Mustang P-51 bei Schriesheim. Pilot Fw. Benno Katz, verwundet, überlebt (Quelle Klaus Deschner).

 

  • Während des gleichen Luftkampf (am 25. Januar 1945) wurde eine USAAF P-51D-10-NA, Seriennummer 44-14678 (Nickname "PAT) von einer deutschen Maschine  abgeschossen und ging südlich von Ladenburg und westlich von Schriesheim zu Boden. Der Pilot 1st.LT. Robert G. Adams, MACR 11917,  kam bei dem Absturz ums Leben (Quelle Klaus Deschner).

 

  • 29. März 1945: Abschuss einer deutschen Jagdmaschine Me109 durch US-Bodentruppen am Bahndamm bei Hetzbach, der  Pilot kam ums Leben. Zeitzeuge Adolf Trautmann aus Hetzbach.

 

  • 1945: Absturz einer FW190 im Modautal 30 m neben dem Hottenbacher Hof, Abschuss durch USAAF Jagdflugzeug, Pilot kam ums Leben (Quelle Klaus Deschner).

 

  • ?? Absturz eines (USAAF B-17 ?) Bombers bei Breitenbrunn / Odw. Die Besatzung wurde von der deutschen Bevökerung gelyncht. Nach dem Krieg wurden die Schuldigen von den US-Militärs ermittelt und hingerichtet.

 

Während des Krieges waren besonders in den Wäldern des Odenwaldes immer irgendwelche Gegenstände zu finden, die von feindlichen Flugzeugen entweder bewusst abgeworfen oder durch Beschuss abgebrochen waren. Silberfolienschnitzel (Düppel / Chaff), welche zur Störung der deutschen Funküberwachung gedacht waren, gab es nach jedem Luftalarm. Flugzeugteile mussten gesammelt und bei der Behörde (Bürgermeisterei) abgegeben werden.

Recht willkommen war bei den Odenwälder Bauern das Auffinden eines großen Abwurftanks, in welchem die Begleitjäger ihren Kraftstoff für die weiten Flüge mitführten. War der Treibstoff aufgebraucht, warf man den nun nicht mehr benötigten Ballast einfach ab. Dies geschah auch bei Angriffen durch feindliche Jagdmaschinen um manöverierfähiger zu sein. Die schlauen Odenwälder Bauern bastelten unter den großen Tank einen fahrbaren Untersatz und hatten damit einen allerbesten Gülletransporter.

 

Oft waren auch abgeworfene Brandbomben zu finden. Selbst Schulkinder wurden mit Tragekörben in den Wald geschickt, um die brisante Fracht einzusammeln. Dabei war man sich durchaus der Gefahr bewusst, die permanent für das Sammelpersonal bestand. Um diese zu minimieren gab man eine Broschüre mit dem technischen Aufbau einer Brandbombe den Sammlern mit auf den Weg (s. nachfolgendes Bild). Ob Kinder die dargestellte Technik verstanden, bleibt zweifelhaft.

Englische INC 4 LB 1,7 kg Stabbrandbombe
Englische Stabbrandbomben, aufgelesen bei Abtsteinach 2012, entsorgt durch den KRD Hessen
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© Hans-Günther und Jürgen Morr