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Zum Gedenken an Hans Morr

Der Otterbachabschnitt, die Sperrung der Weisenburger Senke

Legende zum Bild oben (Anklicken zum vergrößern)

Rote Linie = Höckerlinie

Roter Punkt = Bunker

Gelbes Rechteck = B-Werk

Gelber Stern = Sechs-Schartenturm

Hellblaue Linie = Nasser Panzergraben

Rosa Linie = Trockener Panzergraben

Feindlicher Einmarsch im Süden des Reiches

Die Weisenburger Senke- das heisst die Grenzregion um die heute französische Stadt Weisenburg- war in Kriegszeiten schon immer Ein- oder Ausfallstor von oder nach Frankreich. Die im Nordwesten von den unwegsamen Südpfälzer Bergen, im Südosten vom feuchten, morastigen Bienwald begrenzte ca. 7 km breite Ebene bot den Militärs schon immer problemloses, schnelles Vorwärtskommen.

 

Westwall, Strategie der Verteidigung

Um für seinen Krieg im Osten den Rücken frei zu haben, beschloss Adolf Hitler nach seiner Machtergreifung 1933 den Aufbau einer Befestigungslinie entlang der deutschen Westgrenze- den Westwall. Voraus ging in den späten 20-er Jahren der Bau der Maginot-Linie auf Französischer Seite. Den damaligen deutschen Strategen war die Weisenburger Senke als mögliche Einfallpforte erster Ordnung für den "Erzfeind" Frankreich ins Deutsche Reich natürlich bekannt. Daher wurde dieser Bereich besonders stark befestigt. Hier lagen die Bunker teilweise weniger als 30 Meter auseinander. Hitler war sich darüber bewusst, dass stehende große Festungswerke- wie die existierenden Werke der Maginot- Linie, den Feind nicht effizient aufhalten können. Es sah eine mehrere km tief gestaffelte Verteidigungslinie mit vielen kleineren Hindernissen, Stellungen und Schutzbunkern eher geeignet, einen Angreifer aus freien Stellungen heraus unter Beschuss zu nehmen und hierdurch zeitlich begrenzt aufzuhalten um eigene Truppen zuzuführen. Feindliche Einheiten, welche die erste Kampflinie durchbrechen, sollten an einer zweiten oder dritten Befestigngslinie gestoppt und zurück geworfen werden. Die Front müsse "elastisch" sein. Nach Hitlers Meinung dürfen die Truppen die schützenden Bunker nur bei Artilleriebeschuss aufsuchen.

 

Bau des Otterbachabschnitts

Nach dem Befehl Adolf Hitlers vom 28. Mai 1938 zum beschleunigten Ausbau der deutschen Westbefestigung wurde auch der Otterbachabschnitt im Rahmen des Limesprogramms angelegt. Auf den Höhen des Pfälzer Waldes wurden hohe hölzerne Vermessungstürme errichtet. Nach topografischer Aufnahme erfolgte der Ankauf der betreffenden Grundstücke oder eben die Enteignung bei Weigerung. Gruben für Bunker und Höckerlinien wurden überwiegend von Hand ausgehoben. Für die Anlage der 30 Meter breiten und 4 Meter tiefen und später wassergefüllten Panzergräben wurden stellenweise auch Bagger verwendet. Kein Aufwand war zu gering: In bislang unzugängliche Waldgebiete wurden Pionierstrassen gebaut um die Baustellen zu erschliessen. Auf besonders steile Berge (Farrenberg) wurden Materialaufzüge gebaut. In trockenen Waldgebieten wurden Wasserbecken für die Betonherstellung errichtet. Mittels Güllewagen führen Tag und Nacht pferdebespannte Fuhrwerke Wasser auf die Berge. Das Betonieren der festen Bauwerke erfolgte ununterbrochen an sieben Tage der Woche. So gut es ging wurden die Baustellen durch Flechtwerkzäune vor den Blicken Neugieriger geschützt. Da zu dem Zeitpunkt in der Region natürlich tausende Fremdarbeiter mit den Arbeiten betraut waren, war eine Geheimhaltung jedoch nicht möglich. Zeitgleich waren bis zu 400.000 Arbeiter am Bau des gesamten Westwalls tätig. Ununterbrochen bewegten sich Transportfahrzeuge von den Bahnhöfen durch die Ortschaften und brachten Sand, Zement und Eisen zu den Baustellen. Sämtliche Zimmer waren mit Bauarbeitern belegt. Viele wohnten in eigens errichteten Barackenlagern. Die Bauwerke wurden- soweit möglich- nach Norm gebaut, die sogenannten Regelbauten. In dem etwa 7 km breiten und 5 km tiefen Bereich des Otterbachabschnitts entstanden so in Rekordzeit über 500 Bunker, Panzergräben und Höckerlinien (siehe Bild oben). Für die Tarnung der Bunker wurde hoher Aufwand getrieben. Die sichtbaren Gebäudeteile wurden der Umbebung farblich angepasst und durch Gärtner bepflant. Nur das Schussfeld blieb frei. Nach Fertigstellung der Westwall-Anlagen standen an strategisch besonders sensiblen Punkten bis zu 80 Bunker und verbunkerte Anlagen auf einem Quadratkilometer Land. Die gesamte Tiefe des Westwalls betrug im Otterbachabschnitt über 20 km. Nur im Bereich um Saarbrücken war eine ähnlich hohe Dichte an Westwallbauten vorhanden.

  

Bedeutung  des Westwalls während des Kriegs

Nach der Besetzung Frankreichs wurde der Westwall dearmiert. Waffen, Panzerteile und Einrichtung wurden an den neuen Atlantikwall gebracht und dort verbaut. Die Schussfelder wuchsen in den Folgejahren zu.

Am 24. August 1944, nachdem die Alliierten in der Normandie gelandet waren, erliess Hitler den Befehl zur Reaktivierung des Westwalls. Die vollständige Verteidigungsbereitschaft wurde nicht mehr erreicht, da die ehemals ausgebauten Teile nicht mehr in vollem Umfang zurückgeführt werden konnten bzw. beschaffbar waren. Ausserdem hatte sich die Waffentechnik in den Jahren seit Bau der Westbefestigung stark weiter entwickelt. So waren stellenweise keine Panzerteile oder Türen mehr für die Bunker ferfügbar, keine Fernsprecher mehr vorhanden oder die Bunker waren einfach verschlossen und keine Schlüssel mehr aufzufinden. Oder es passten die neuen Waffen nicht mehr in die Bauten rein. Ausreichend Munition war nicht mehr da. Die einsetzende Kriegs-Niederlage zeichnete sich hier als Chaos schon ab.

Der Westwall in der Südpfalz wurde erstmals im Dezember 1944 erfolglos durch US-Truppen angegriffen. Auch wegen der zeitgleich statt findenden Ardennenoffensive und der hieraus resultierenden Nachschub-Probleme mussten sich die von Frankreich vorstossenden Amis wieder zurück ziehen. Ende März 1945 wurde das Bollwerk von der 142. und 143. Amerikanischen Infantrieregiments nach vorausgegangener Bombardierung und flächigem Artilleriebeschuss ohne großen Widerstand überrannt. Die ausgeblutete Wehrmacht konnte zu dessen Verteidigung keine kampferprobten Soldaten mehr aufbieten. Der Ansturm der personell und materiell haushoch überlegenen Alliierten sollte auf Befehl der irrsinnigen NAZI-Führung von Jugendlichen, Kriegsversehrten und Alten bis zur eigenen Aufopferung aufgehalten werden. Viele verloren noch unsinnig ihr Leben.

Zurück blieben zerstörte Dörfer und große Not leidende Bevölkerung. 

Überwindung des Otterbachabschnitts durch die 36. US-Division

Nach Kriegsende

Die Not leidende Bevolkerung nahm sich nach dem Krieg aus den Bunkern was nutzbar war. Brennstoff, Nahrungsmittel, Mobilar usw. Intakte Bunker wurden nach dem Krieg durch die französischen Besatzer geprengt um eine Wiedernutzung unmöglich zu machen. Vorher wurden alle lösbaren Eisenteile, insbesondere die schweren Bunkerglocken, Scharten und Türen ausgebaut und wieder eingeschmolzen. Um die in der Ebene verloren gegangene Ackerfläche wieder landwirtschaftlich nutzen zu können wurden die Höckerlinien abgerissen und die Bunkerruinen beseitigt. Trockene Panzergräben, Laufgräben und Erdstellungen hat man zugeschüttet. Nur vereinzelt findet man in den Weinbergen heute noch überwachsene Trümmerstätten. Im feuchten Bienwald und in den Wäldern westlich von Ober-Otterbach sind viele Ruinen der Bunker und die sie verbindenden Laufgräben aber heute noch sichtbar.

Heute noch sichtbare Relikte (Auszug, kein Anspruch auf Vollständigkeit)

Die Beseitigung der Befestigungen des Otterbachabschnitts ist weit fortgeschritten. Einen komplett erhaltenen Bunker gibt es nur noch in Bad Bergzabern. In den letzten Jahren hat ein Umdenken bezüglich der Weltkriegsrelikte statt gefunden. Man sieht die letzten Zeugen heute doch eher als Teil der Geschichte als zu verdrängende oder zu vertuschende NAZI-Hinterlassenschaften und gibt durch deren Erhalt auch künftigen Generationen die Möglichkeit sich vor Ort ein Bild vom Fanatismus, Leid und Sterben der mißbrauchten Kriegsgeneration zu machen. Im Folgenden heute noch sichtbare Westwallrelikte des Otterbachabschnitts.

! Aufpassen !

Beim Besichtigen der alten Stellungen und Ruinen kann man auch heute noch auf explosive Hinterlassenschaft der Kämpfe stoßen. Wenn dies geschieht bitte folgendermaßen handeln:

  • Gegenstände keinesfalls berühren oder aufheben
  • Deren Lage nicht verändern (nicht mit Stock stochern etc.)
  • Sofort die Polizei informieren und den  Fund melden, genauen Lageort beschreiben (idealerweise via GPS Koordinaten mittels Handy)
  • Wenn sich fremde Leute im Umfeld befinden diese warnen (kleine Kinder)

Munition ist auch heute noch explosionsfähig !

Die Polizei informiert den Kampfmittelräumdienst, welcher die Munition fachgerecht entsorgt.

Bild oben

Eine Bazooka Rocket, Rakete eines US Nahbekämpfungsmittels zur Bekämpfung von gepanzerten und ungepanzerten Nahzielen, Zufallsfund auf dem Waldboden am Westwall.

Entsorgt vom Kampfmittelräumdienst Rheinland Pfalz / Worms.

Bild unten

Bazooka Rocket, Abschussrohr mit zugehörigen Raketen (Quelle Wikipedia).

Bildmitte vorne = Raketentyp von oben

Einmann Ringstand (Kleinst Bunker)

Nach der Landung der Alliierten in Frankreich versuchte man den Westwall wieder zu reaktivieren. In diesem Zusammenhang wurden zwischen Bunkern und an Wege- und Straßenkreuzungen Betonröhren für einen Infantristen eingegraben. Die Röhren waren nach oben offen und ragten nur wenig über das Bodenniveau. In einem aufgelegten Betonring, welcher das umgebende Niveau nur unwesentlich überragte, befand sich eine eiserne Lafette zur Aufnahme eines MG 34 oder MG 42 Maschinengewehrs. Stellte sich der darin befindliche Soldat auf einen niedrigen Schemel, so konnte er aus dem Betonrohr oben heraus schauen. Bei Annäherung von Feinden war er somit er in der Lage, diese aus seinem Kleinbunker heraus mittels Karabiner, MG oder Panzerfaust unter Beschuss zu nehmen. Umgekehrt fand er bei gegnerischem Beschuß Deckung, indem er sich ins Innere der Röhre zurück zog. Kam er Feind zu nahe, war es dem Infantristen möglich die Röhre durch eine unterhalb der Schusslinie befindliche Öffnung in einen angerenzenden Laufgraben zu verlassen. Diese Bunkerart wurde nach seinem Erfinder landläufig < Koch Bunker > genannt.

 

Als Abwandlung dieses Kleinbunkers gab es noch die Kombination mit einen anbetonierten, kleinen Unterstand, genannt Regelbau 58c. Wobei Röhre und Unterstand durch einen niederen Durchgang Verbindung hatten. Bei dieser Variante konnte sich der Infantrist in den kleinen der Röhre angrenzenden Raum zurück zuiehen und war so besser vor Granatsplittern geschützt. Auch vor dem Überwalzen durch gegnerische Panzer bot diese Kleinbunkervariante besseren Schutz als o,g, Röhre. Der kleine Raum diente auch als Lager für Panzerfäuste, Minen und Munition. Da diese Bunkerart erstmals im Afrikafeldzug in der Nähe der Stadt Tobruk in Marokko zur Anwendung kam wurde der Kleinbunker auch < Tobruck >genannt.

 

Erstere Variante ist am Westwall noch relativ häufig zu finden, wenngleich auch schwer, da das Innere der kleinen Ringstände wegen Unfallgefahr meist aufgefüllt wurde. Im Bienwald wurden 2 Regelbauten 58c duch den Pfälzerwaldverein wunderbar restauriert, beschildert und durch einen Pfad zugänglich gemacht.

Nasser Panzergraben bei Steinfeld

Südwestlich und ausserhalb von Steilfeld liegt ein wassergefüllter (=nasser) Panzergraben. Seine Breite beträg 35 Meter, die Länge 800 Meter. Er wurde auf eine ursprüngliche Tiefe von 4 Meter ausgehoben und war für Panzerfahrzeuge der damaligen Zeit nicht zu durchqueren. Unter der Wasseroberfläche dicht verlegter Stacheldraht verhinderte ein Durchschwimmen und das Überqueren mit Schlauchbooten. Der Panzergraben ist frei zugänglich.

Panzergraben Steinfeld, am Bildrand links oben die Höckerlinie
Panzergraben Steinfeld

Nasser Panzergraben bei Schaidt

Südwestlich von Schaid befindet sich ein 500 Meter langer Panzergraben in der Otterbachniederung. Breite und Tiefe wie beim Panzergraben von Steinfeld. Der Graben ist frei zugänglich.

Panzergraben Schaidt
Panzergraben Schaidt

Höckerlinie bei Göcklingen

In Göcklingen hat sich ein Reststück der 5-reihigen Höckerlinie von 1939 auf einer Länge von 300 Meter am östlichen Ortsrand erhalten. Es wird am Ortseingang von der Hauptstrasse K47 durchschnitten und ist nördlich von dieser bis zur Stadthalle freigelegt. Ein kleines Schild am Strassenrand weist auf die Anlage hin.

Höckerlinie bei Göcklingen nördlich der K47
Höckerlinie bei Göcklingen südlich der K47

Höckerlinie bei Impflingen

150 Meter südlich des Ortes befindet sich ein 480 Meter langes Stück der fünfreihigen Höckerlinie von 1939. Die L554 Impflingen-Rohrbach durchschneidet die Anlage. Das Teilstück der Höckerlinie ist frei zugänglich. Der Verlauf der Höckerlinie ist durch deren Bebuschung in der sonst strauchlosen Ackerfläche leicht zu erkennen.

5-reihige Höckerlinie bei Impflingen
5-reihige Höckerlinie bei Impflingen

Höckerlinie bei Mörzheim

am östlichen Ortsrand von Mörzheim hat sich ein 520 Meter langes Teilstück der ehemals 840 Meter langen fünfreihigen  Höckerlinie erhalten. Die Linie wird von der K7 (Impflinger Strasse) durchquert und ist frei zugänglich. Auch hier ist der Verlauf der Höckerlinie durch  Bebuschung in der sonst strauchlosen Ackerfläche leicht zu erkennen.

Höckerlinie bei Mörzheim

Höckerlinie bei Steinfeld

Im südöstlichen Ortsbereich von Steinfeld hat sich ein 470 Meter langes Teilstück der 9-reihigen Höckerlinie erhalten. Allerdings wurden zwecks Anlage eines Fahrweges die mittleren beiden Höckerreihen nach dem Krieg heraus gesprengt. Das Bauwerk ist frei zugänglich.

Höckerlinie bei Schaidt

Fundamente eines Beobachtungsturms

Auf dem Höhenzug zwischen Hoher Derst und Steinernem Tisch stand ein hoher, hölzerner Beobachtungsturm. Die 4 Beton- Fundamentquader sind erhalten und mit Holzbänken bestanden. Von der Stelle hat man heute- auch ohne Turm- einen weiten Blick in Richtung Rheinebene und Elsass.

GPS-Position N49 05.238 E7 55.108

Drei der vier quadratischen Betonfundamenten des Beobachtungsturmes

Hohe Derst

GPS Position N49° 05.178' E7° 54.844'

Das Areal der 561 Meter Hohen Derst war während der Zeit des 3. Reichs Sperrgebiet. Von der Höhe reicht der Blick weit nach Frankreich und in die Rheinebene hinein. Daher befand sich dort eine Beobachtungsstation zur Überwachung des Luftraums. Die Höhe war mit 11 Bunkern, darunter 2 Artilleriebeobachter und ein 3-Schartenturm, stark befestigt. Zur Luftüberwachung wurden 3 hohe Beobachtungstürme erbaut. Sämtliche Anlagen wurden in der Nachkriegszeit abgetragen oder übererdet. Vorhanden sind lediglich noch 2 x 4 rechteckige Betonfundamente von Hochbeobachtern und ein quadratisches Betonfundament, vermutlich für eine Funkantenne. 2 leichte Erhebungen bezeichnen den Standort eines übererdeten Bunkers mit 3-Schartenturm und eines Doppel-MG Schartenstands.

 

Die Höhe wurde im März 1945 von den Deutschen heftig gegen die anrückenden Amerikaner verteidigt, mußte aber nach kurzem Kampf wegen Munitionsmangel aufgegeben werden. Am Ende hatten beide Parteien hohe Verluste erlitten.

Granattrichter und von Sondengängern ausgegrabene, massive Granatsplitter belegen einen intensiven gegnerischen Artilleriebeschuß.

Weiter Blick ins Elsass
Betonfundamente des Hochbeobachters
Eiserne Verbindungslasche vom hölzernem Hochbeobachter
Unter diesen unscheinbaren Erhebungen befinden sich die Reste des 3-Schartenturm Bunkers 405

Etwa 1,1 km südlich des Derstengipfels, an der Wegekreuzung Derstenhaus, wurde ein Panzergraben in den anstehenden Sandstein eingearbeitet, welcher aber anscheinend nicht mehr fertig gestellt werden konnte. Vom Schloßberg aus beschossen die Amerikaner die gegenüber liegenden Gipfel wie den Farrenberg, Hohenberg und Großberg, sowie den Derstengipfel mit Artillerie. Über diese relativ moderat ansteigende Bergseite erfolgte auch der Anmarsch der Amerikaner zur Hohen Derst.

In den anstehenden Sandstein eingehauener Panzergraben

Höckerlinie über den Otterbach

GPS Position N49 03.675 E8 02.057.

570 Meter westlich von Niederotterbach und 115 Meter südlich der Kreisstrasse 25 (Oberotterbach - Niederotterbach) befindet sich ein sehr interessantes Teil der Höckerlinie über den Otterbach, welches heute mit Bäumen bestanden ist. Die Anlage stand ehemals nicht solitär im Gelände, sondern war eingebunden in die mittlerweile beseitigte Höckerlinie, welche von Ober-Otterbach bis Steinfeld (dort Reststück vorh.) verlief.

Diese Art der Bachüberquerung ist heute nur noch in der Eifel zu finden.

Die Anlage ist frei zugänglich, eine Beschilderung erklärt deren Bedeutung.

Höckerlinie bei Herxheim

Etwa 1,5 km nord-westlich von Hexheim / Pfalz befindet sich an die L543 anstoßend ein 385 Meter langes Reststück der fünfzügigen Höckerlinie von 1939. Da das Areal dicht mit Sträuchern bewachsen ist kann man die Höckerlinie nur in der vegetationsfreien Zeit als solche ausmachen. Die Anlage ist frei zugänglich.

GPS Position N49° 08.933' E8° 10.677'

Höckerlinie nord-westlich von Herxheim
Feindseite der Höckerlinie

Bunkerruinen, Laufgräben und Schützenlöcher in den Wäldern zwischen Oberotterbach und Reisdorf

In den Wäldern westlich von Oberotterbach befinden sich dutzende gesprengter oder übererdeter Bunkerruinen. Sie alle waren verbunden durch ein Netz von Laufgräben, an welchen sich an strategisch wichtigen Punkten Schützen- und MG-Nester befanden. Folgt man den Laufgräben, so wird man die Ruinen der im Wald liegenden Bunker finden. Auf freier Flur wurden die allermeisten Anlagen in der Nachkriegszeit restlos beseitigt. Ein Teil dieses Abschnitts wird durch den Westwall-Rundwanderweg, welcher in Oberotterbach beginnt bzw. endet, erschlossen.

Funde in Verbindung mit dem Westwall

Stacheldrahtrolle
Schaufelblatt
Inspirol Pastillendose, Lyssia-Werke Wiesbaden
Gehäuse einer Schützenmine 35
Benzin- oder Wasserkanister
Park- und Bürgerbräu Pirmasens
Eisenpfahl zum Einhängen von Stacheldreht
Bauklammer und Rest von Dachpappe
Schaufelblatt und Lüftungsgitter
Plattenpfahl mit aggressiver Spitze...da sollte man besser nicht drauftreten oder drauffallen !
Großer Granatsplitter
Massives Türschloß
Halterahmen aus Draht für Artilleriegranaten
5 cm Werfergranate
Boden eines Artilleriegranatenzünders

Abschliessender Hinweis / Bitte:

  • Das gezielte Suchen von Kriegsrelikten ist, wie oben beschrieben, lebensgefährlich und im eigenen Interesse zu unterlassen.
  • Um die letzten Reste des Westwalls auch für künftige Generationen zu bewahren auch keine sonstigen Gegenstände entnehmen, mitnehmen oder zerstören. Alles (ausser Munition) an Ort und Stelle belassen.
  • Umzäunte Ruinen nicht betreten, sie dienen als Rückzugsgebiet für seltene Tierarten und Pflanzen. Ausser einem leeren, zerstörten rechteckigen Raum gibt es nichts zu sehen.
  • Bei offen zugänglichen Anlagen besteht erhöhte Unfallgefahr z.B. durch spitze Moniereisen, Reste von Stacheldraht und Infantriehindernissen.
  • Keine "Bunkertouren" alleine durchführen.
  • Ruinen nicht besprayen oder anmalen.
  • In den Anlagen nicht campieren und kein Feuer machen.
  • Keinen Abfall hinterlassen.
  • An manchen dieser Stätten sind Menschen gestorben. Das sollte man sich immer vor Augen halten !

Nur wenn sich jeder an diese einfachen und selbstverständlichen Vorgaben hält, werden die Anlagen durch die zuständigen Stellen nicht weiter beseitigt und können von geschichtsinteressierten Menschen besichtigt werden.

 

DANKE !

 

Quellen

Prof. Dr. Johannes Nosbüsch - Damit es nicht vergessen wird

Texas Military Force Museum - 36th Division in World War II - Through the Siegfried Line

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© Hans-Günther und Jürgen Morr