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Zum Gedenken an Hans Morr

Beobachter, die Augen der Maginot Linie

Zur Erinnerung: Die Maginot Linie wurde zu einer Zeit geplant und ausgeführt, als Flugzeuge und Panzer in einem möglichen Krieg noch (fast) keine Rolle spielten.

 

Bedingt durch die hügelige Landschaft der Norvogesen mit ihren durch Bäche eingeschnittenen Täler  war ein Weitblick wie im Flachland oder der Ebene nicht möglich. Um vorrückende Feinde möglichst punktgenau mit Granaten beschießen zu können, war die Rückmeldung der tatsächlichen Granat-Einschlagposition dringend erforderlich. Die Trefferposition war durch den Detonationsblitz, urch aufgewirbeltes Erdreich und den Explosionsrauch weithn sichtbar.

Nur mittels Kenntnis der genauen Trefferlage konnten Richt-Korrekturen an den weiter hinten im Freundesland befindlichen Geschützen vorgenommen werden.

Zu diesem Zweck wurden an strategisch wichtigen Punkten sogenannte vorgeschobene Beobachter errichtet. Im hier beschriebenen Gebiet waren diese meist gut getarnt auf Berghöhen mit freierrodierten Felsriffen positioniert. Es gab als Beobachterstellen sowohl kleine, relativ dünnwandige Betongebäude als auch die natürlichen Felskammern ausnutzende Beobachter Stationen. Die Felsspitzen boten exponierte Weitsicht und die Felsen Schutz bei gegnerischem Beschuß. Wichtig war in jedem Fall eine möglichst weite und gute Sicht auf die vermeintlichen Anmarschwege des Feindes.

 

Was für die Artillerie galt, galt auch für die Infanterie. Nur wenn man die Marschrichtung des Feindes vorher sehen konnte, war die effiziente Lenkung der eigenen Infanterietruppen möglich. 

 

Die Kommunikation mit den Leitstellen erfolgte über kabelgebundene Telefone. Bei Ausfall derer mußte auf optische Signale wie Leuchtkugeln zurück gegriffen werden. Dies verriet dem Feind natürlich die Position des Beobachters und zog dessen Artilleriefeuer auf sich. Nachts oder bei schlechter Sicht (Regen, Nebel, Schnee) waren die Beobachter quasi blind. Was umgekehrt aber auch für den Angreifer zutraf.

 

Die Fernaufklärung erfolgte mittels Ferngläser und Scherenfernrohren.

 

Da die eigentlichen Beobachtungsstellen nur Platz für ein bis zwei Soldaten boten und dem Wetter ausgesetzt waren, befanden sich in unmittelbarer Nähe und meist unterhalb der Beobachter gelegen einfache Aufenthalts- und Schlafgebäude. Da diese in der Regel aus Brettern etc. zusammengenagelt und mit Folie auf dem Dach regendicht gemacht wurden war der Aufenthalt dort im Winter sicherlich keine angenehme Sache. Zumal wegen verräterischen Rauch auch kein Feuer gemacht werden durfte.

Eine Ausnahme stellt der Biesenberg dar, welcher weiter unten beschrieben wird.

 

Baumaterial (Kies, Zement, Wasser, Bauholz), Verpflegung und Trinkwasser mußte mühsam an die festgelegte Beobachterposition getragen werden, da diese auf den Gipfeln mittels Fahrzeugen in der Regel nicht erreichbar war.

 

Auf die Beobachter (Observatorien) in den großen Maginot Werken am Anfang und Ende dieses Abschnitts (Hohekirkel, Lembach) gehe ich hier nicht ein. Sie dienten standortbedingt nicht der Fernaufklärung sondern der Überwachung des unmittelbaren Gefechtsumfeldes.

Artillerie Beobachter Biesenberg

Unterhalb des Sandsteinfelsens befindet sich der Beobachter
Eingang unterhalb des Felsens
In den Sandstein gehauener Zugang zum Beobachtungsschacht
Zwischentür im Korridor
Ende des Korridors...
... mit Eisenleiter zum Aufstieg zur Beobachter Plattform
Oben die Beobachter Plattform Aufstieg zur Beobachter Plattform
Blick von außen in den Beobachter-Schacht
Der Beobachter Schacht, im Hintergrund der höchste Aussichtspunkt auf dem Sandsteinfelsen
Blick auf die zu überwachende Landstraße
Artillerie Beobachter Biesenberg, Eingang

 

Infanterie Beobachter Falkenberg West

Felsen, auf welchem sich der Beobachter befindet
Der Hochbeobachterstand
Hochbeobachterstand mit Talblick
Befestigter Biwak-Bereich am Fuß des Felsens
Fund im Unterkunftsbereich

 

Artillerie Beobachter Falkenberg Ost

Leiter hoch zum Beobachtungspunkt
Unterkunft für die Mannschaft
Innenansicht der Unterkunft
Kabelbrunnen mit ankommendem Telefonkabel (vorne rechts im Schacht)
Detail des abgetrennten Telefonkabels
Blick in Richtung Deutschland

 

Infanterie Beobachter Hohenfels

Beobachter Hohenfels, links Häuser von Dambach
Zugangsseite
Blick aus dem Beobachterschlitz Richtung Neunhoffen
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© Hans-Günther und Jürgen Morr