www.Morr-Siedelsbrunn.de
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Zum Gedenken an Hans Morr

Einsatzflughafen Biblis, Anlagen Seite 4

Abstellbuchten für Flugzeuge

Wenn die Flugzeuge nicht im Einsatz waren oder gewartet wurden, wurden die Maschinen aus Tarnungsgründen ausserhalb des Flugfeldes im angrenzenden Wald abgestellt. Die vermeintliche Unsichtbarkeit aus der Luft wurde mittels Tarnnetzen, welche über die geparkten Maschinen gespannt wurden, erreicht. Die Abstellbuchten lagen aus strategischen Gründen weit auseinander. Hierdurch waren die Flugzeuge bei Beschuß oder Bomardierung nicht massiert zu treffen.

 

Die im Wald westlich des Flugfeldes befindlichen Abstellflächen erkennt man noch an den sauber planierten, ebenbenen Flächen. Das beim Planieren entnommene Erdreich wurde um die Standfläche herum wallartig aufgeworfen.

In wie weit sich noch seitlich hochgezogene Bohlenwände als Splitterschutz befanden, lasst sich heute nicht mehr sagen.

Abstellbucht für Flugzeuge (Ränder zur Kenntlichmachung rot gefärbt)
Bogenförmiges Ende einer Abstellbucht (Rand zur Kenntlichmachung rot gefärbt)
Auf der planierten Fläche zwischen den roten Rändern wurden die Flugzeuge geparkt

Flugplatz-Ringstrasse

Voraussetzung für einen Einsatzhafen 1. Ordnung war der Anschluß an das öffentliche Strassennetz und eine das Flugfeld allseitig umfassende Ringstrasse. Mittels dieser Strasse konnten Transporte schnell an alle Stellen des Flugplatzes gelangen ohne das eigentliche Flugfeld queren zu müssen. Westlich um das Flugfeld wurde die Ringstraße mit einer Betondecke versehen, welche heute noch im Original bis über die ehemalige Pumpstation hinaus erhalten ist. Der Rest der Ringstraße war wohl ehemals wie heute nur mit Schotter befestigt.

Betondecke der westlichen Ringstrasse. Blick nach Süden
Alter Schlagbaum am ehemaligen Zugang Nord-Mitte

Waldschneisen

Die nicht im Einsatz befindlichen Flugzeuge wurden aus Tarnungsgründen und zum Schutz vor Beschuß ausserhalb des Flugfeldes im angrenzenden Wald geparkt. Um dorthin zu gelangen mußten entsprechend breite und befestigte Schneisen vorhanden sein. Da man sich nicht an unregelmäßiger Topografie orientieren mußte, wurden die Waldwege schon vor dem Flugplatzbau überwiegend geradelinig mit mit sich im rechten Winkel treffenden Kreuzungen angelegt. Die Schneisen sind heute noch vorhanden, wenn auch nicht mehr alle in der ursprünglichen Breite.

Das Wegenetz um den ehemaligen Flugplatz
Bildstockschneise
Salzlackschneise

Splitterschutzgräben

Wie auch auf anderen Flugplätzen und Fliegerhorsten wurden auch auf dem Einsatzhafen Biblis planmäßig und flächendeckend Splitterschutzgräben angelegt um sich vor Tieffliegerbeschuß, Splittern und Detonationsdruck von Abwurfmunition in Sicherheit bringen zu können. In den unbewaldeten Arealen sind die Gräben längst verfüllt. Im bewaldeten Gebiet kann der aufmerksame Beobachter die heute seichten Reste der einstigen Schutzanlagen noch an mehreren Stellen erkennen.

Verflacht und nur noch schwer auszumachen: Splitterschutzgraben

Spuren der Luftangriffe: Bombentrichter

Mehrfach wurde der Flugplatz von den Amerikanern attakiert. Der schwerste Angriff erfolgte am Heiligen Abend 1944 mit 100 Boing B17 Bombern. Innerhalb von 5 Minuten wurden über 3000 Bomben abgeworfen.

Im gesamten bewaldeten Waldareal finden sich die Einschlagtrichter der Abwurfmunition. Es existieren Flächen, auf welchen Massierungen von Bomentrichter existieren. Dort liegen die Krater nur 10 Meter auseinander.

Auf den freien Flächen wurden die tiefen Bombentrichter schon kurze Zeit nach den Detonationen von den ansässigen Bauern unter Zwang wieder verfüllt, um den Flugbetrieb weiter aufrecht erhalten zu können.

Hier sind ziemlich dicke Dinger runter gekommen
Die unterschiedlichen Durchmesser der Einschlagtrichter...
...deuten auf den Abwurf verschiedener Bombenkaliber
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© Hans-Günther und Jürgen Morr