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Zum Gedenken an Hans Morr

Burg Güttersbach

Bei der Burg Güttersbach handelt es sich um eine abgegangen, frühmittelalterliche Tiefburg. Sie wird auch als Nachfolgeburg der Burg Waldau in Wahlen angesprochen.

Unter dem rot gefüllten Bereich soll sich die Burgstelle befinden

Lage

Die Reste der Kleinburg liegen in der Wiesenniederung bei dem Zusammenfluss des Mösselbachs und des Güttersbachs, nördlich von Güttersbach im Odenwald. Die Höhe über dem Meeresspiegel beträgt 294 Meter.

 

Koordinaten

N49 37.200 E8 54.984 (?)

Rotes Rechteck = Lage der Burgstelle nach Luftbild; gelbe Fläche = vermutete Lage

Geschichte

Die Burg wurde erst 1949 bei Entwässerungsarbeiten entdeckt. Urkunden / Schriftstücke über die Anlage sind nicht bekannt. Die Burgherrschaft wird den Schenken von Erbach zugeschrieben, da sie auf deren geschlossenem Territorium lag. Die Burg entstand vermutlich im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit der mittelalterlichen Montanindustrie und war wohl eine Nachfolgeburg der Burg Waldau bei dem Ort Wahlen. Eventuell wurde der Burgbau auch nicht zu Ende geführt. Es wird von einer relativ kurzen Nutzungsdauer ausgegangen.

Erforschung

Die Ausgrabungen von 1949 durch den Denkmalpfleger Dr. Otto Müller weisen auf einen rechteckigen Grundriß der Anlage von 24 x 28 Meter Seitenlänge hin. Das Mauerwerk bestand aus unbearbeiteten Steinen. An den Ecken standen quadratische Türme von ca. 6 Meter Seitenlänge. Das Auffinden einzelner Buckelquader wird erwähnt. Im Inneren der Anlage konnten keine Fundamente nachgewiesen werden. Unklar ist auch, ob die Burg über eine Vorburg verfügte. Über die Zerstörung der Burg liegen keine Angaben vor.

In der turbulenten Nachkriegszeit wurde die Ausgrabung schlecht dokumentiert bzw. Unterlagen gelten als verschollen, so dass die exakte Lage der Burgstelle heute nicht mehr bekannt ist. Aufgrund eines Luftbildes aus dem Jahr 2003 wird die Burg 100 Meter nördlich des landwirtschaftlichen Anwesens Mösselbachweg 6 auf einer Wiese lokalisiert. Eine auf dem genannten Areal im Januar 2014 durchgeführte Sondage von Maulwurfhügel ergab keine Hinweise auf die Existenz einer Siedlungsstelle (Keramik- und Ziegebruch etc.). Der Eigentümer des Wiesengrundes sagt aus, dass sich die Burgstelle noch weitere 200 Meter talabwärts (nörd-östlich) befindet.

Schematischer Grundriss der Burg nach A. Noe

Erhaltungszustand

Da die Grabungsstelle längere Zeit offen stand, wurden die Steine durch die Bevölkerung abgefahren und einer weiteren Verwendung zugeführt. Später schüttete man die Gräben wieder zu und planierte die Fläche. Daher ist von der Burg übertägig nichts mehr zu sehen. Das ehemalige Burggelände ist in Privatbesitz und wird als Weide genutzt.

Im Ort finden sich keine Hinweise zu der Burg.

Quelle

@ Wikipedia

@ Thomas Steinmetz: Der Odenwald 3/1983, Die Wasserburg bei Güttersbach

@ Aufzeichnungen von Alfred Noe / Unterflockenbach

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© Hans-Günther und Jürgen Morr