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Zum Gedenken an Hans Morr

Die Überwaldbahn

Planung

Erste Bemühungen zur Erschließung des Überwaldes durch eine Eisenbahn gehen auf das Jahr 1883 zurück. Bezüglich des Trassenverlaufs gab es verschiedene Vorschläge.

 

Einer sah die Linienführung mit Abzweig an der Neckartalbahn in Hirschhorn vor. Dann aufwärts des Ulfenbachtals nach Wald-Michelbach, Kreidach, Weiher, Mörlenbach, Rimbach, Lörzenbach mit Anschluß an die Rheintalbahn bei Heppenheim.

 

Eine andere Variante führte mit Abzweig von der Neckartalbahn in Hirschhorn entlang des Ulfenbachtals über Wald-Michelbach, Gras-Ellenbach, Wegscheide, Marbachtal mit Anschluß an die Odenwaldbahn bei Ebersberg..

 

Eine dritter Vorschlag führte die Trasse wiederum von Hirschhorn über das Ulfenbachtal nach Wald-Michelbach. Vor dort nach Wahlen und über Hammelbach nach Fürth. Dort war der Anschluß an die Weschnitztalbahn vorgesehen.

 

Alle drei der obigen Varianten wurden wahrscheinlich aus Kostengründen nicht genehmigt. Anstelle derer erfolgte am 20.03.1895 die Genehmigung der Bahnlinie mit dem dann tatsächlich realisierten Verlauf von Mörlenbach über Wald-Michelbach nach Wahlen.

Eine Weiterführung der Bahnlinie über Wahlen hinaus wurde zu einem späteren Zeitraum in Betracht gezogen.

Für den Bau wurden 2.600.000,- Mark bewilligt.

 

Bau

Die Vermessungs- und Absteckarbeiten begannen an der in vier Lose aufgeteilten Strecke im August 1897. Am 04.01.1898 erfolgte durch den ersten Spatenstich der offizielle Baubeginn.

Der Oberbau wurde eingleisig ohne Elektrifizierung in Normalspur ausgeführt.

Die feierliche Eröffnung der Strecke erfolgte am 28.02.1901.  

Die Streckennummer der Bahn lautete 3759.

 

Vom Startpunkt, dem Bahnhof Mörlenbach bis zur höchsten Stelle am Haltepunkt Kreidach hat die Strecke eine durchschnittliche Steigung von 25 Promille, was für Adhäsionsbahnen einen hohen Anspruch hinsichtlich Zugleistung und Traktion darstellt. Eine ähnliche Steigung weist beispielsweise die bei Eisenbahnfreunden bekannte Schiefe Ebene der Bahnstrecke Bayreuth-Neuenmarkt-Wirsberg auf. Die Dampflock benötigte für die Bergfahrt ca. 20 PS Antriebsleistung pro gezogener Tonne.

 

Betrieb

Bis nach den 2. Weltkrieg war die Überwaldbahn mit Personal- und Warentransport gut ausgelastet. Überwiegend Berufspendler nutzten die Personenzüge um zu den Arbeitsplätzen in Weinheim und darüber hinaus zu gelangen. Auch für Schüler aus den nördlichen Ulfenbachgemeinden war die Bahn das bevorzugte Transportmittel um zur Realschule und zum Gymnasium in Wald Michelbach zu kommen. In den Wintermonaten kamen viele Ausflügler in den damals noch schneesicheren Odenwald um dort Wintersport zu betreiben.

 

Betriebsende

Durch den nach dem letzten Krieg einsetztenden Individualverkehr und die Verlagerung des Warentransports auf LKW erfolgte eine immer geringere Auslastung der Züge. Dies veranlaßte die DB den Personentransport 1983 einzustellen.1994 fuhr der letzte Güterzug.

 

Die Gleise der ehemaligen Bahnline sind vom Ausgangspunkt der Stichbahn in Mörlenbach bis nach Unter-Waldmichelbach noch vorhanden.

Ab Bahnhof Unter-Waldmichelbach bis zum Endpunkt der Strecke in Wahlen wurden die Gleise 1985 entfernt. Der fein geschotterte Bahndamm dient heute als Wander- und Radweg.

 

Aktuelle Nutzung

Nachdem Strecke und Bauwerke sich selbst überlassen wurden verfielen diese zusehends. Um die Bahntrasse für eine eventuelle Reaktivierung zu erhalten entschlossen sich die Anliegergemeinden diese von der DB zu erwerben.

 

Der Streckenbereich von Mörlenbach bis Bahnhof Waldmichelbach ist seit 2013 touristisch erschlossen und kann während der Sommermonate mittels dort auszuleihender Elektrodraisinen nach Mörlenbach oder umgekehrt befahren werden.

 

Aktueller Zustand von Strecke und Bauwerken

Die folgende Beschreibung erschließt den Zustand der landschaftlich reizvoll gelegenen Strecke in Bildern, Stand Frühjahr 2020. Sofern vorhanden wurden schwarz-weis Fotografien vom Bahnbau und aus der Bahn-Betriebszeit hinzu gefügt.

 

Wir beginnen unsere Streckenwanderung bei km 0 bzw. am ehemaligen Bahnhof in Mörlenbach und begehen die Strecke bis zu deren Endpunkt in Wahlen bei Streckenkilometer 16.

 

Strecke der Überwaldbahn (Quelle Wikipedia)

 

Hinweis: Da die Strecke von Mörlenbach bis Bahnhof Waldmichelbach über die Sommermonate von Draisinen befahren wird, empfiehlt sich das Abwandern der Bahnlinie im Winterhalbjahr. Zu dieser Zeit ist der Waldmichelbacher Tunnel eventuell verschlossen und muß dann über die darüber führende Kreidacher Höhe umgangen werden.

Bei einer Tunnelwanderung an eine Taschenlampe denken !

Höhen / km nach vor Ort aufgenommenen GPS-Daten
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© Hans-Günther und Jürgen Morr